Der Herbst ist schon wieder da..

So meine lieben Freude! Mein Frauchen ist ja mehr als peinlich. Die letzte Geschichte stammt doch

tatsächlich aus dem Herbst des Jahres 2017! In Worten: Zweitausendsiebzehn bitteschön. Nicht dass

ihr glaubt, dass die ganze Zeit nichts los war bei uns, das sicherlich nicht. Aber seit Frauchen auch bei Instagram unterwegs ist – in der Galerie könnt ihr die aktuellsten Fotos sehen – fehlt halt die Zeit.

Aber ab jetzt wird versucht die Zeit besser einzuteilen. So, jetzt endlich zur versprochenen

Geschichte.

 

Wie ja schon am Ende des letzten Beitrages erwähnt, hatten wir letzten Herbst einen speziellen Gast.

Es begann damit, dass Frauchen, wenn sie am frühen Abend oder auch später, jedenfalls wenn es schon dunkel war (was ja Ende September schon sehr früh der Fall ist) bei der Haustüre raus ging, sehr oft ein eigenartiges Geräusch hörte. Das kam immer aus dem Teil des Gartens, der nicht von unseren Gartenlampen beleuchtet ist, also Richtung Wald. Als sie es das erste Mal hörte, ist sie voll erschrocken. Allerdings wunderte sie sich darüber, das Lenny und ich weder knurrten oder bellten. Dies passierte an einigen Abenden. Ohne uns ging sie dann fast nie raus. Ich sag´s ja immer, ohne mich geht gar nichts! Endlich hat sie´s kapiert.

 

Wenn Herrchen zuhause war, dann hat sie meistens ihn rausgeschickt. „Ist ja eh nur der Weg bis zur Biotonne“ meinte sie immer. Und Herrchen hatte natürlich nie etwas gehört. Oder wollte halt nicht, meinte Frauchen. Denn wenn sie ihn nach dem Geräusch fragte, kam immer die Antwort: „Also ich höre nichts. Und die Hunde melden auch nicht. Also kann nichts Großartiges sein.“  Dazu muss ich noch erwähnen, dass mein Frauchen eigentlich eh nicht die Überängstlichste ist. Aber Geräusche, die sie nicht zuordnen kann, sind ihr halt nicht so angenehm. Und dann noch aus der Dunkelheit raus, das geht halt gar nicht.

 

Und wenn Herrchen fragte, was sie eigentlich genau hörte, dann kam immer die Antwort: „Das ist schwer zu beschreiben. Ein Zischen vielleicht? Nein, eigentlich auch nicht richtig. Hach, dieses Geräusch kann ich einfach nicht beschreiben. Aber es muss irgend etwas sein, das weder für Georgie noch Lenny neu sein kann, denn sonst würden sie ja knurren oder bellen. Aber die reagieren überhaupt nicht darauf.“

 

„Ha, ha! Daß Frauchen mal die Worte fehlen, das kommt auch äußerst selten vor. Das musste jetzt einfach mal gesagt werden!“

 

So ging das dann einige Tage lang. An einem Abend allerdings, Frauchen ging vor die Eingangstüre weil sie wieder zur Biotonne wollte, als sie abrupt stehen blieb. Auf der letzten Stiege, gegenüber der Eingangtüre, saß eine große Eule. Die Flügel hatte sie ausgebreitet und schaute mindestens genauso erschrocken, wie Frauchen.

 

Aber nur einen kurzen Moment lang. Dann schlug sie mit ihren Flügeln und flog zu der Tanne, die gleich neben den Stiegen steht. Dort landete sie und saß dann auf einem der unteren Äste. Und dieses Geräusch des Flügelschlages war genau DAS Geräusch, das Frauchen die letzten Tage immer gehört hatte. Nur saß die Eule da anscheinend halt immer nach den Stufen und dort ist es von den Gartenlaternen halt nicht ausgeleuchtet.

 

Frauchen ist dann ganz langsam wieder zurück ins Haus um Herrchen zu holen. Und genauso langsam gingen sie dann wieder vor die Türe. Die Eule saß noch immer am selben Platz. Hätte Frauchen das allerdings nicht gewußt, so wäre ihr die Eule gar nicht aufgefallen. Die saß ganz ruhig und bewegte sich nicht. 

 

Durch ihre schwarze Silhouette mit den typischen Federohren wäre sie allerdings auch ohne, dass man sie vorher im Licht gesehen hat, leicht als Eule zu erkennen gewesen. Herrchen ging dann wieder ins Haus zurück um seinen Fotoapparat zu holen. Die Eule saß noch immer am selben Platz. Kurz bevor er dann allerdings den Auslöser drücken konnte, wollte die Eule nicht mehr. Wieder schwang sie ihre Flügel und nahm Platz auf einem der nächsten Bäume. „Hörst du? Genau dieses Geräusch habe ich immer wieder gehört“, erklärte ihm Frauchen. 

 

Die Eule kam auch an den nächsten Abenden immer wieder. Meine Zweibeiner beobachteten sie vom Küchenfenster aus. Sie saß meistens am Dach des dort stehenden Vogelhauses und wartete, bis sich eine unserer Mäuse Körner holte, welche unter dem Futterhaus lagen.

 

Ob es der Eule gelang hier ein Abendessen zu fangen, wissen wir allerdings nicht. Irgendwann besuchte sie uns einfach nicht mehr. Die Mäuse aber sind uns geblieben. Die konnten wir bis ins späte Frühjahr hinein beobachten, wie sie immer wieder hinuntergefallenes Vogelfutter verspeisten.

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