Shopping-Queen für Hunde?

Zwischen Weihnachten und Neujahr fuhr ich mit meinem großen Herrchen und mit meinem Frauchen nach Wien. Zum Shoppen. Für mich. „Wau, super“, freute ich mich. Ich dachte an köstliche Leckerlies und vielleicht noch Spielzeug dazu. Das Christkind hatte mir ja „nur“ einen neuen Hundekorb von Landlord, im grünen Vichykaro-Design und ein Paar Frankfurter-Würstl gebracht. Und das Paar Würstl durfte ich nicht einmal im Ganzen essen. Nein! Die Hälfte am 24. Dez. und den zweiten Teil am 25. Dez. Vermischt mit meinem Futter und Reis. „Georgie, das wird jetzt aufgeteilt, das ist gesünder für dich und dann hast du morgen auch noch etwas davon“, sprach mein Frauchen und der Einspänner verschwand im Kühlschrank. Na super! Und das an Weihnachten. „Die wollen ihre Knauserei vom Heiligen Abend jetzt sicherlich gut machen. Sind ja doch ok, meine Zweibeiner“, denke ich so vor mich in.

Herrchen konnte fast vor dem Geschäft parken und so war der Weg dann nicht so lang. Mich hätte es ja nicht gestört. Wau, diese Düfte die dort herrschten. Da ein demolierter Mistkübel und der Inhalt mitten am Gehsteig. Gleich danach dann eine herrlich duftende Pfütze. „Na, dass es da so ausschaut, hätte ich mir auch nicht gedacht. So gleich neben der Maria-Hilfer-Straße“, meinte mein Frauchen. „Ach geh, da warst du noch nicht in den wirklich schlimmen Bezirken“, erklärte mein großes Herrchen. „Hier ist es doch ganz normal für eine Stadt.“ „Also wenn es in Städten immer so gut riecht und so viel zu schnüffeln gibt, dann möchte ich dort öfters hin“, denke ich. Dann kamen wir auch schon zum Geschäftseingang. Bunter Hund hieß das Geschäft. „Ha, das klingt gut. Da wird´s vielleicht so richtig rund gehen und vielleicht treffe ich ja Kollegen. Dann können wir gemeinsam die Bude aufmischen“, freue ich mich. Und schon war´n wir drinnen im „Bunten Hund“.

Eine junge Boston-Terrier-Dame kam mir gleich mal entgegen und wir begrüßten uns – und das war´s dann auch schon mit lustig! Die durfte ohne Leine durchs Geschäft marschieren und ich dachte: „Super, gleich wird Frauchen mich  auch von der Leine lassen“. Zur Erinnerung sprang ich mal so richtig an ihr hoch. Dann zog ich an der Leine. Aber außer: „George, benimm dich“, kam da keine Reaktion.

Inzwischen war eine Verkäuferin zu uns gekommen und ich traute meinen Ohren nicht. Nein, das kann sie nicht ernst meinen! Das kann sie doch nicht machen!!! So schnell konnte ich gar nicht schauen, wurde ich auch schon in so einen komischen Overall gesteckt. Die Verkäuferin – die ich bis zu diesem Zeitpunkt ja recht nett gefunden hatte – erklärte meinem Frauchen noch, wie man dieses Etwas am besten angezogen bekam. „Dieses Modell wird vor allem von Pudelbesitzern sehr gerne gekauft“, quatschte die da. „Was interessieren mich die Pudelbesitzer! Ich will mit den Hunden spielen!“. Aber nix da. Jetzt wird auch noch ein Modell in einer anderen Größe an mir anprobiert. Ja sind wir denn bei „Shopping Queen?“ Guido Maria Kretschmer hätte seine Freude an uns gehabt. „Nein, wir bleiben gleich beim ersten Modell. Georgie´s Beine und sein Brustkorb sind da gut verpackt. Da haben Schneeklumpen keine Chance mehr. Und die ganzen warm gefütterten Hundemäntel braucht er ohnehin nicht. Mir ist nur wichtig, dass er  auch bei viel Schnee draußen herumtollen kann und nicht immer gleich durch Schneeklumpen bewegungsunfähig wird“, meinte mein Frauchen. (Fotos gibt´s davon in der Galerie). Mein Herrchen entdeckte noch eine Tasche für Leckerlies und das war´s dann auch schon. So eine Frechheit, so eine Irreführung!!!

Liebe Vierbeiner, freut euch nur ja nicht zu früh. Bevor ihr nicht wirklich wisst, was hinter Namen wie „Bunter Hund“ etc. steckt. Die Zweibeiner führen uns mit solchen Namen in die Irre und locken uns dann so ins  Geschäft !!!

Und im Jänner wurde ich dann genötigt, diesen Overall auch wirklich anzuziehen. Es hatte über Nacht ziemlich geschneit und alles war herrlich weiß. Ich freute mich schon so richtig auf Draußen und dann musste ich doch wirklich in dieses blöde Ding. Aber ich bin ja auch nicht blöd. Bis Frauchen fertig angezogen war, stakste ich im Vorzimmer auf und ab. Wie ein Storch in der sumpfigen Wiese, auf Futtersuche. Immer so, dass Frauchen mich auch wirklich sehen konnte. Vielleicht würde sie sich ja doch erbarmen? „Georgie, sei froh, dass wir den gekauft haben! Gleich kannst du mit Lenny im Schnee herumfetzen ohne dass dich Eis- und Schneeklumpen behindern.“

Draußen konnte ich dann wirklich herrlich mit Lenny im Schnee wühlen. So lange ich wollte. Keine nervigen Klumpen, die in meinem Fell hängen blieben. Aber, dass Frauchen Recht hatte, wollte ich halt auch nicht akzeptieren. Also legte ich immer wieder, wenn Frauchen mich beobachtete, den Storchengang ein.

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