Quaxi der Laubfrosch

So, hier zu unserem anderen Dauergast. Es handelt sich dabei um einen kleinen Laubfrosch. Wobei sich meine Zweibeiner nicht sicher sind, ob es  jedes Jahr der selben Frosch ist. Europäische Laubfrösche haben eine Lebenserwartung von 5 bis 15 Jahren. Sollte es immer der selbe Frosch sein, dann hat er sicherlich schon 15 Jahre auf dem Buckel. Oder aber, die Frösche geben ihre Angewohnheiten an die nächste Generation weiter, denn meistens haben wir jeden Sommer das selbe Ritual.

Und das funktioniert so:
Unser Laubfrosch wohnt irgendwo in Terrassen- und Poolnähe (ab und zu auch unter unserer Waschmaschine im Keller, wie wir vor einigen Tagen feststellen konnten – dazu später). Tagsüber ist er selten zu sehen. Meistens hören wir ihn. Gerne versteckt er sich in der Dachrinne der Terrassenüberdachung. Wenn er darin quakt, dann glaubt man schon an Monsterfrösche. Das ist nämlich sehr laut und ein sehr tiefer Ton, kaum zu glauben dass der von einem kleinen Laubfrosch stammt.

Wenn mein großes Herrchen abends nach Hause kommt und die Wassertemperatur, für seine Verhältnisse (ca. 30°, lieber noch mehr) passt, dann geht er immer einige Längen schwimmen. Da es meistens schon dämmrig ist und ganz toll aussieht, wird die Poolbeleuchtung eingeschaltet. Und dann kann man es sehr gut sehen. Auf einer Seite schwimmt Herrchen, auf der anderen Seite unser Laubfrosch. Den stört es überhaupt nicht, sich den Pool mit einem Zweibeiner zu teilen. Beide schwimmen parallel und wenn Quaxi genug hat, dann platziert er sich auf eines der Fensterbretter. Wir hatten schon Sommer, da nützte er auch tagsüber den Pool. Auch da rastete er dann auf einem der Fensterbretter und ließ sich die Sonne auf den Bauch scheinen. Und das Lustige dabei: Anfangs vom Sommer hatte er immer eine frische, froschgrüne Farbe. Gegen Ende des Sommers war er dann allerdings silberfarben. Frauchen meint, dass dies mit dem Chlorwasser und dem anschließenden Sonnenbad auf dem Fensterbrett zu tun haben könnte. Wer weiß? Diese Aktionen können wir locker schon die letzten 15 Sommer beobachten.

Vor einigen Jahren deckte Frauchen den Terrassentisch. Es stand schon alles für das Abendessen bereit. Die Teller, das Besteck, die Gläser etc. Da die Sonne schon ziemlich tief stand und die Terrassenbeschattung nicht ausreichte, griff Frauchen unter den zusammengeklappten Sonnenschirm um diesen zu öffnen. Dabei übersah sie den Frosch der es sich unter dem Stoff gemütlich gemacht hatte. Allerdings rechnete sie nicht damit und erschrak sehr, als sie plötzlich irgendetwas in ihrer Hand fühlte. Und das Etwas bewegte sich auch noch. Also konnte man einen sehr lauten Schrei vernehmen. Der arme Frosch  erschrak allerdings mindestens genauso sehr. In seiner Panik sprang er auf den Tisch und gleich weiter in einen der Teller. Und dann bekam er auch noch eine ordentliche Standpauke von Frauchen.

„Jetzt sag ich dir mal etwas, du Quaxl. Bevor ich abends den Rollladen runter lasse, nehme ich dich in die Hand und setze dich ins Gebüsch, damit dir nichts passiert. Ich rette also mehrfach dein Leben. Da brauchst du mich aber wirklich nicht so zu erschrecken. Merk dir das!“

Übrigens kaufen meine Zweibeiner auch nur mehr einfärbige Bezüge für die Pölster der Terrassensessel. Die letzten waren mit Blumenmuster und sehr bunt. Frauchen, aber auch mein großes Herrchen hätten da schon einige Male fast den daraufsitzenden Frosch übersehen. Im letzten Augenblick konnten sie den Frosch vor einer Kollision mit  ihren Allerwertesten retten! Der arme Frosch hätte dann sicherlich große Ähnlichkeit mit einer Flunder gehabt.

Und wie schon erwähnt, verirrte sich Quaxi vor einigen Tagen auch in den Keller. Als Herrchen morgens zur Dusche ging – er bevorzugt die Kellerdusche. (Freiwillig! Herrchen dürfte auch das Badezimmer benützen), saß er plötzlich vor der Waschmaschine.

Da der Weg dorthin für einen Frosch eine Weltreise darstellen würde, glaubt Frauchen, dass er abends vielleicht mit den Badetüchern, die sich tagsüber auf den Poolliegen befinden, irrtümlich in den Keller getragen wurde. Und da sie immer einige sammelt, damit die Waschmaschine voll wird, hatte er Gott sei Dank auch Zeit sich daraus zu befreien. Sonst wäre er vielleicht auch noch IN der Waschmaschine gelandet. Frauchen befürchtet, dass er sich schon länger da unten aufgehalten hatte. Er wirke ziemlich mager. Sie trug ihn dann auf die Terrasse und setzte ihn neben einen mit Wasser gefüllten Blumentopfuntersetzer. Ob er diesen Ausflug heil überstanden hat, wissen wir leider noch nicht. Seit diesem Vorfall haben wir ihn nicht mehr gesehen. Will aber nichts heißen, denn er war schön öfters mal einige Tage verschollen.

Na und für mich und Lenny ist DER auch kein Aufreger mehr. Anfangs bin ich ganz nervös um den herumgetänzelt und habe gebellt und ihn mit der Nase geschubst – aber der blieb doch glatt sitzen und rührte sich keinen cm. Erst wenn ich mich dann wieder von ihm entfernt hatte, machte er einen Riesensprung ins naheliegende Gebüsch. Und da war er mir dann auch egal.

Nicht egal sind mir und Lenny aber 7 junge Eichhörnchen die wir seit einigen Wochen als Dauergast in unserem Garten haben. Die sind nämlich voll frech! Kein Benehmen diese Nager. Aber dazu gibt´s dann erst eine Geschichte, wenn genug „Stoff“ dafür vorhanden ist.

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