Lenny´s Mausfernsehen

Also, dass Lenny sehr sozial ist, ist ja mittlerweile bekannt. Ebenso bekannt ist auch, dass wir am Waldrand oder sogar schon fast im Wald wohnen. Na und dass da außer mir und Lenny auch noch andere Vierbeiner unterwegs sind, konntet ihr ja auch schon lesen. Jetzt möchte ich euch allerdings erzählen, wie es bei uns mit der Tierwelt so abläuft.

Zu unserer Tierfamilie gehört auch Webster, ein graublauer Zwergpapagei. Der lebt seit fast 17 Jahren in unserem Haus. Außerhalb des Hauses, gleich gegenüber des Eingangsbereiches wohnen links und rechts von einem Rosenbusch 2 Feldmäuse. Die eine Maus hat einen alten Baumstumpf als Unterkunft, die andere nutzt einen großen Stein als Unterschlupf. Wohnen tut sie einige Meter weiter entfernt. Frauchen glaubt, dass die sich unter einem Blumentrog eingenistet hat. Jedenfalls sind die total putzig und sehen fast wie Goldhamster aus. Sind allerdings kleiner und haben natürlich ihren nackten Schweif. Jedenfalls gehören die auch schon fast zur Familie. Da in diesem Bereich auch ein Vogelhaus positioniert ist, das ab Mitte Oktober bis ins Frühjahr regelmäßig mit allerlei Körnern gefüllt wird, leben die Mäuse da natürlich wie im Paradies. Außerdem hat Frauchen es sich angewöhnt, die letzten Körnerreste aus Webster´s Futterschale auch dort zu entsorgen. Somit ist eigentlich immer für etwas Körndlfutter gesorgt. Das geht jetzt schon einige Jahre so.

„Na irgendwann werden die sich dann auch noch IM Haus wohlfühlen“, prophezeit Herrchen schon seit langer Zeit, aber bis jetzt hat sich noch keiner der Nager ins Haus gewagt. Kein Wunder, Frauchen redet ja auch mit denen und hat ihnen sogar gedroht!

„Mäuse, hier kommen wieder einige Körner. Aber nicht vergessen, ihr wohnt hier draußen. Sollte sich eine von euch ins Haus herein wagen, dann geht es euch an den Kragen!“

Was soll ich sagen, bis jetzt hat es super funktioniert.

Und auch Lenny mag die. Vor einigen Tagen kam Frauchen mit ihm nach Hause. Lenny lief vor ihr die Treppen zur Eingangstüre hoch, Frauchen nahm noch die Post mit und brauchte dadurch natürlich etwas länger – außerdem hat DIE ja auch nur 2 Beine. Als sie dann endlich bei der Stiege war, hörte sie ein Klopfen und wunderte sich. Endlich bog sie dann ums Hauseck. Lenny saß auf der Türmatte vor der Eingangstüre und freute sich so, dass sein Schweif jedesmal an die Türe klopfte. Und was glaubt ihr, warum die Freude so groß war? Gegenüber, auf der Stiege die zum Wald führt saß, vielleicht 1 1/2 Meter entfernt, eine der Mäuse und knabberte an einem Kern. Der war es vollkommen egal, dass ihr da gegenüber Lenny saß.

Aber noch nicht genug mit den Mausereien! Es gibt ja noch eine, auf der Terrasse, allerdings kommt die immer nur im Advent, drum nennt Frauchen die auch, die Weihnachtsmaus. Ab Mitte Oktober wird auch auf der Terrasse ein Vogelhaus aufgestellt. Da fällt natürlich auch immer wieder Futter auf den Boden. Und rechtzeitig zum ersten Advent wird die Weihnachtsbeleuchtung von Herrchen aktiviert, worauf dieser sich immer ungeheuerlich freut. (Nur zur Erklärung. Er freut sich natürlich nicht! Er mag es ganz und gar nicht. „Irgendwann werden noch Flugzeuge bei uns landen, weil sie denken es sei die Beleuchtung der Landebahn vom Flughafen“. Aber Frauchen lässt ihn meckern. Na und wenn dann alles fertig ist, gefällt es Herrchen ja auch. Aber damit kein falscher Eindruck entsteht: Wir haben wirklich eine sehr dezente Weihnachtsbeleuchtung. Vielleicht gibt´s darüber ja eine eigene Geschichte. „Material“ vom Herrchen hätten wir jedenfalls genug).

Aber zurück zur Weihnachtsmaus. Herrchen´s Meinung ist ja, dass diese Maus während der ganzen Wintermonate immer wieder fressen kommt. Nur durch die spezielle Weihnachtsbeleuchtung fällt die halt auf. Ausnahmsweise gibt Frauchen ihm da auch Recht. Und wenn Lenny dann auf der Lederbank sitzt, die Vorderpfoten über die Lehne hängen lässt und sich wiederum voll freut, dann ist die Weihnachtsmaus auf Besuch. Bei meinen Zweibeinern heißt es dann: „Lenny´s Mausfernsehen. Der sitzt dann wirklich oft einige Minuten und sieht der Maus zu. Und ist Lenny irgendwo im Haus und das Wort Mausfernsehen fällt, dann fetzt er ins Wohnzimmer, rauf auf die Couch und haltet  Ausschau nach dem kleinen Nager.

Wir haben aber auch noch einen anderen Gast, der jeden Frühling und Sommer bei uns verbringt. Dazu gibt´s dann eine eigene Geschichte.

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