Hilfe - Anschlag auf mein Leben

Das geht jetzt wirklich zu weit!!! Nicht nur John F. Kennedy wurde der 22. November zum Verhängnis, sondern fast auch mir. Und alles nur, weil mein Frauchen eine sehr blöde Angewohnheit hat. Ich aber auch – meint halt sie.

Also, zur Tatbeschreibung und zum Tatort: Da Frauchen im Untergeschoß verschwunden war und das immerhin schon mindestens 3 Minuten, wurde mein Beschützerinstinkt so groß, dass ich auch da runter musste. Wer weiß, was ohne meine Hilfe da unten alles passieren kann! Außerdem musste ich ja auch kontrollieren, ob der Kasten mit meinem Hundefutter und meinen Leckerlies  (Lenny vergessen wir mal) auch ordentlich geschlossen ist, damit nichts verloren gehen kann. Wenn nicht, dann konnte ich gleich beim Rauftragen und Auspacken behilflich sein.  Genug wichtige Gründe also, dass ich mich auch im Keller aufzuhalten hatte.

„Blöd, die Kastentüre ist zu. Na dann schaue ich mal zum Vorratsschrank meiner Zweibeiner“, dachte ich. Vielleicht wird ja da meine Hilfe benötigt. Auch nichts! Sogar der davor abgestellte Einkaufskorb war schon ausgeräumt. Und von meinem Frauchen war auch weit und breit nichts zu sehen. Mit der Erkenntnis, dass ich mir diesen Weg hätte sparen können, machte ich mich wieder auf meinen Rückweg, hinauf ins Erdgeschoß.

Ich war noch ganz unten auf der Treppe, als es plötzlich stockfinster und stickig um mich wurde. Und mindestens 1 Tonne Gewicht auf mir lastete. Nicht mal meinen Original „Georgiebeller“ (der weckt sogar Tote wieder auf, laut meinem Frauchen) brachte ich hin, so eingeengt war ich auf einmal! Also blieb mir nichts Anderes übrig, als irgendwie alleine aus dieser Enge rauszukommen. Ich schaffte es gerade meinen Kopf frei zu bekommen und um Luft zu schnappen, als ich mein Frauchen schreien hörte und es wieder dunkel wurde.

„Jetzt reicht´s aber“, dachte ich. Da spürte ich auch schon, wie mich jemand aus dem Dunkel rauszog. Frauchen hatte mich hochgehoben und schüttelte den Kopf. „Georgie, weil du auch immer auf Schritt und Tritt nach musst, ohne dass man dich wahrnimmt!“ (Meine blöde Angewohnheit, sagt mein Frauchen).

Ihre blöde Angewohnheit ist allerdings, dass sie zu faul ist, die Schmutzwäsche zur Waschmaschine hinunter zu tragen und daher den Inhalt des Wäschekorbs einfach übers Stiegengeländer leert. In meinem Fall waren es allerdings gleich 2 volle Ladungen! Aber wenigstens befördert sie die leeren Körbe nicht auch gleich hinterher, sondern trägt sie dann hinunter, wenn sie zur Waschmaschine geht.

Aber das nächste Mal bin ich auf jeden Fall schlauer. Da werde ich, wenn ich meinen Kontrollgang absolviert habe, einfach meinen Originalgeorgiebeller rauslassen. Dann wissen alle gleich wo ich bin. Allerdings erst NACH meinem Kontrollgang.

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