Geschichten vom Franz und Günter

Hallo ihr Lieben, da bin ich wieder!

Das folgende Lustspiel hat sich zwar auch schon wieder vor dem letzten Advent ereignet aber egal, Hauptsache unterhaltsam. Für mich war´s das auf jeden Fall.

Frauchen schickte mein großes Herrchen zum Hundefutterkauf. „Nimm doch bitte für Lenny und George noch Spielzeug mit, das bekommen sie dann vom Nikolaus“, kam von meinem Frauchen. „Aber unbedingt zwei völlig identische Sachen, damit wir keine Streiterei haben“.

Da fängt´s ja schon mal an. Was soll das bitte. Lenny und George. Es heißt George und Lenny bitte schön. ICH bin der Ältere. Also wirklich. Außerdem wer bringt´s jetzt? Der Nikolaus oder Herrchen? Wobei – schon wieder egal, Hauptsache ich bekomme überhaupt etwas. Und Streiterei? Lenny müsste doch nur endlich akzeptieren, dass ich das Sagen habe. Und wenn ich mit beiden Spielsachen spielen will, dann ist das halt so. Wo ist da das Problem?

Also kaufte Herrchen ein – leider. Eigentlich hätte ich das Geschenk  ja nicht sehen sollen, da es der Nikolaus bringen wollte.  Durch Frauchens laute Stimme und ihr Lachen wurde ich allerdings aufmerksam und ging auch in den Keller. Zwischen den Hundefutterdosen lagen zwei rote, komische Gegenstände. Sahen irgendwie aus wie diese Stangen mit Gewichten dran, die beim Gewichtheben verwendet werden.  Zwei Kugeln halt, die mit einem geraden Mittelteil verbunden sind, etwa 15 cm breit und geschätzte 5 kg schwer. „Und jetzt erkläre mir bitte, wie George, der selber gerade mal 5 kg auf die Waage bringt, mit diesem Ungetüm spielen soll?“, fragte Frauchen. „Aber immerhin, sie sind völlig identisch. Wenigstens das hast du nicht vergessen. Wenn man nicht alles selber erledigt….!“ Kopfschüttelnd rauschte Frauchen an mir vorbei. Das war´s dann wohl mit unseren Geschenken, dachte ich.

Aber der Hl. Nikolaus hatte halt doch an uns gedacht und brachte dann 2 rote Quietschdinosaurier. Sogar etwas größer als die „Hanteln“ aber federleicht. Voll super um sie in die Luft zu schießen. Genau richtig um sie unter den Pölstern zu verstecken und damit die 2beiner zu erschrecken, wenn sie ihre Allerwertesten darauf platzierten. Und da beide völlig identisch waren – jetzt fehlen schon einige Körperteile – war Lenny an meinem Dino auch nicht so stark interessiert und ich konnte meine Erziehungsmaßnahmen in Grenzen  halten. Und Frauchens Nerven konnten auch geschont werden.

Ungefähr zur selben Zeit war Frauchen mit mir auch wieder bei Abbie und Heidi, in ihrem Hexenkeller. Ich bekam wieder mal das volle Programm – lästig wie immer halt. Wenn ich dann endlich vom Tisch runter darf und nicht mehr an mir herumgeschnitten oder mit der Bürste vor meiner Nase herumgefuchtelt wird, geht Heidi dann immer zu ihrem Kastl im schwedischen Design und holt getrocknete Rinderlungenstücke zur Belohnung. Diese finde ich echt super, lecker, fantastisch und überhaupt und freue mich immer darauf. Aber – nanu? Dieses Mal geht Heidi raus aus ihrem Hexenkeller. „Na sag mal. Die wird doch nicht auf das Wichtigste vergessen?“, sorge ich mich schon. Doch da steht sie auch schon wieder im Türrahmen. „George, schau mal was ich da für dich habe!“ sagt sie und fuchtelt mit ihrer Hand, am anderen Ende des Raumes, in der Gegend herum. „Na für diese Ausschußqualität von Lungenstücken bewege ich mich aber sicherlich nicht mal  einen Schritt auf sie zu. Also da bin ich doch völlig andere Qualität von ihr gewöhnt. Wie das stinkt! Da lässt man alles über sich ergehen und dann so etwas. Also auch keinen Charakter mehr diese Frau, die arme Abbie,“ denke ich so vor mich hin. Dann drehe ich meinen Kopf in Richtung Frauchen und ignoriere Heidi einfach.

Und Frauchen ist auch irgendwie verdächtig ruhig. Und blass um die Nase ist sie auch. Und ich glaube, sie hält auch völlig die Luft an. „Drum ist sie so still. Ihr fehlt der Sauerstoff zum Reden“, denke ich.

Da erklärte dann Heidi: „Ich muss diese Belohnungen in einem anderen Raum aufbewahren. Die stinken so bestialisch. Stell dir vor, die hat mir Gabi gebracht (Frauchen von meinem lieben Freund Robin). „Sie meinte, bevor sie dieses Stinkezeug wegwirft, fragt sie mich noch ob ich es verwenden möchte. Und gekauft hat das alles der Franz, ihr Mann. Und der war noch mächtig stolz darauf, denn schließlich hätte er 100%ige Bioqualität gekauft. Und sicherlich auch 200%igen Biopreis bezahlt“, erklärte Heidi und steht noch immer im Türrahmen, bewaffnet mit dieser Stinkbombe. Und Frauchen steht am anderen Ende des Raumes, hinter ihr, etwas erhöht ein Kellerfenster, das in einen Schacht mündet. Der Schacht geht wiederum in den Garten. Und gleich in unmittelbarer Nähe des Schachtes  steht ein  Baum, an dem Nistkästen und Futterhäuschen hängen, die von allen Kottingbrunnervögel anvisiert werden. (Kein Wunder, bei den Menüs die Heidi anbietet! Hoffentlich bittet sie nicht auch einmal den Franz um einzukaufen. Dann würde sich nämlich kein einziger Vogel mehr, aus dem ganzen Bezirk,  in die Nähe wagen. Aber egal.)

Wo waren wir noch stehengeblieben? Ach ja. Heidi versperrt den Fluchtweg für mein Frauchen, denn sie steht ja noch immer bewaffnet im Türrahmen. Also dreht sich Frauchen um, öffnet das Fenster und schnappt ordentlich nach Luft. Dazu muß ich noch erwähnen, dass Frauchen SEHR geruchsempfindlich ist. Der dreht sich wirklich sehr schnell der Magen um.

Während Frauchen also Sauerstoff tankt, verstaut Heidi ihre Ausschußbiolungenware mit dem Biopreis und kommt dann wieder zurück um sich lachend in ihren Drehsessel zu platzieren. „Also, wenn draußen jetzt die Vögel tot oder völlig benommen vom Baum fallen, dann kannst du sicher sein, dass es nicht die Vogelgrippe ist, sondern die Dämpfe vom Biofutter vom Franz“ meint Frauchen. Unter Tränen vor lauter Lachen stammelt Heidi dann noch: „Ja, das mit dem Biopreis!!!“

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