Dumm gelaufen Teil 2

So, jetzt kommt der nächste Teil von Herrchens „Trauma-Geschichten“.
Wie schon erwähnt, geht´s bei uns im Gelände bergauf und bergab. Je nachdem wie wir gerade unterwegs sind. Jetzt kommt der Teil, wo wir nach unserem Spaziergang wieder beim Waldgartentürl angelangt sind, da geht´s dann nur mehr bergab.

Diesen Winter hatten wir, nach langer Zeit, endlich wieder mal länger Schnee. Und da meine Zweibeiner, am Weg zum Waldgartentürl, meistens immer den selben Trampelpfad benutzen, ist dort der Schnee zusammengedrückt und natürlich ziemlich rutschig. Daneben zwar weniger, doch dort fetzen Lenny und ich immer durch die Gegend. Na und wo Lenny mit großem Tempo unterwegs ist, da wächst fast nichts mehr. Dementsprechend schauen dann unsere Pfoten aus.

Herrchen dachte, er sei ganz schlau und ließ Lenny nicht von der Leine. Außerdem ging er neben dem eisigen Weg, im Gatsch. Lenny ging brav daneben, am mit Schnee bedeckten Weg. So bekam er keine schmutzigen Pfoten bzw. wurden diese auch gleich wieder durch den Schnee gereinigt. Nach einigen Schritten, Herrchen hatte wieder seine Lieblingslatschen an, nämlich die Wintercrocs, hatte er aber plötzlich einen Stein in einem Schlapfen. Also blieb er stehen. Auch Lenny wartete ganz brav.

Herrchen streckte sein Bein etwas in die Höhe, damit der Stein wieder rausfallen konnte. Allerdings verlor er dabei nicht nur den Stein sondern auch der Schlapfen machte sich selbständig. Na und da es den Weg bergab ging und  der Schlapfen die eisige Variante bevorzugte, rutschte dieser einige Meter weiter hinunter. So, jetzt stand Herrchen erst einmal da und fluchte.

Lenny beobachtete alles und ich glaube ja, dass er sich noch mehr als Herrchen ärgerte, konnte er doch nicht die Verfolgung aufnehmen, denn er war ja noch immer angeleint. „Na das haben wir gleich. Wär doch gelacht“, meinte mein Zweibeiner und sprang auf einem Bein dem Schuhwerk nach. War auch 2 oder 3 Sprünge lang überhaupt kein Problem, bis halt eine freche Amsel, so ca. 1 Meter vor Lenny, landete. Da war´s dann mit Lenny´s Geduld zu Ende! Er hechtete einen Satz nach vor und riß Herrchen, der ja hinten  am anderen Ende der Leine hing, mit. Aber immerhin rutschte mein Zweibeiner  nicht auch noch den eisigen Weg entlang. Er hatte ja die matschige Variante gewählt. Er fiel ziemlich heftig auf seinen Allerwertesten und seine „Leinenhand“ bekam auch noch eine sehr schmerzhaften Zerrung ab. Und wieder wurde geflucht. Dieses Mal allerdings so heftig, dass mir Frauchen verboten hat, die Wörter zu wiederholen!

Aber, wie wenn das nicht schon genug wäre. Die Traumaverarbeitung von Herrchen konnte noch immer nicht beginnen! Lenny hatte die Amsel natürlich nicht erreicht, war ja die Leine noch dran und zu kurz. Also drehte er sich enttäuscht und genervt um und dachte: „Hm, wo ist Herrchen so lange?“ Da sah er ihn dann schimpfend im Matsch sitzen. Sein Kapperl, das seine Haarpracht bändigen soll (seinen Haarschnitt habe ich ja schon in einer anderen Geschichte beschrieben, 2 Haare links und 3 Haare rechts) saß auch völlig schief auf seinem Kopf. Und – Lenny liebt Herrchens Kappen (im Niki-Lauda-Design, allerdings nicht rot oder pink). „Na die Amseljagd hat er mir eh schon versaut, dann hol ich mir seine Kappe“, denkt Lenny und startet den Kappen vom Kopf Klauversuch. Und dazu nur soviel – diese Jagd gewann Lenny. Weil sich  Herrchen ja so einladend vor ihm im Matsch befand, halb liegend und halb sitzend, brauchte er nur noch seine Vorderpfoten auf den Zweibeineroberkörper stellen und schon hatte er seine Beute. Dabei war der vordere Oberkörper  bis dahin noch der einzige Teil an Herrchens Körper, der nicht mit Matsch in Berührung gekommen war. Jetzt wurde er von Lenny´s Vorderpfotenabdrücken verziert. Und da unser Riesenbaby ja 32 kg wiegt wurde Herrchen nochmals, so richtig ordentlich in den Matsch gedrückt. Dieses Mal halt nicht nur der Allerwerteste, sondern auch der ganze Rücken.

Normalerweise hält Frauchen immer wieder Nachschau aus dem Küchenfenster, um zu sehen wann wir kommen und empfängt uns dann an der Eingangstüre, mit einem feuchten Tuch, zur Pfotenreinigung. Dieses Mal konnte sie sich das ersparen. Herrchen war schon von Weitem zu hören. Und bei ihm hätte ein feuchtes Tuch ganz und gar nicht ausgereicht. Der war bis auf die Unterhose völlig verdreckt.

Und Frauchens Kommentar dazu? „Jetzt sind die Jungs endlich aus dem Alter raus, wo ich sie immer total verdreckt am Eingang stoppen musste und dann fängst du damit an! Na toll!“

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