Beleidigung Nr. 2 in diesem Jahr – oder Heidi´s Hexenkeller

Mittlerweile haben wir September! Den heißen Sommer habe ich ganz gut überstanden. Lenny natürlich auch. Am meisten hat unser Frauerl gelitten, dafür findet sie den Herbst jetzt total herrlich. „Die Temperaturen sind ok, die Sonne scheint – einfach super“, hören wir immer wieder von ihr. Herrchen dagegen faselt immer etwas von einer Herbstdepression, die dann nahtlos in die Winterdepri übergehen wird. Jetzt haben wir das Gejammer von Frauchen endlich hinter uns, dann fängt der an.  Aber egal, hier geht´s um mich!Also: So ca. alle 5-6 Wochen fährt Frauchen mit mir zu Heidi (Abbiefrauchen). Offiziell sagt Frauchen ja immer, dass wir zu Abbie fahren aber meinen tut sie Heidi und ihren Hexenkeller. Sie sagt halt Hundesaloon dazu. Abbie ist natürlich auch da, aber mit ihr spielen geht halt nur kurz. Wenn ich in ihren Garten komme, dann muß ich gleich mal eine Runde ums Haus drehen und allen, die nach mir kommen zeigen, dass ich da war – da vergehen schon mal einige Minuten. Und wenn ich dann loslegen will um mit Abbie im Garten zu spielen, kommt: „Georgie, komm! Wir gehen runter!“ Am Weg zum „Frisierraum“, ich sage Hexenküche, muss ich dann ganz schnell sein, damit Frauchen nicht meine Markierung an der Wandecke merkt. Dabei kann ich gar nichts dafür. Irgend so ein Möchtegernrüde markiert dort immer vor mir, na wo kommen wir denn da hin. Der soll ruhig riechen, dass ich auch wieder da war! Heidi kommt dann immer mit Desinfektionsmittel und so und ich lasse sie halt in dem Glauben, dass das hilft. Man soll sie ja nicht ganz entmutigen.An dem Namen Hexenkeller oder Hexenküche ist Heidi ja auch selber schuld. Auf einer weißen Kommode im schwedischen Design, steht immer ein Glas. Darin befindet sich meistens eine klare, farblose Flüssigkeit. Frauchen dachte immer, dass da Wasser darin sei. Einmal hatte Heidi – sie badete und shampoonierte mich gerade – einen Hustenanfall. Frauchen meinte es gut mir  ihr und fragte, ob sie das Glas Wasser bringen sollte, zur Linderung. „Nein danke, das ist lieb von dir, aber es geht schon wieder. Welches Glas mit Wasser meinst du überhaupt? “ „Na das, das auf der Anrichte steht, ganz rechts. Steht ja eh nur eines dort“, antwortete mein Frauchen. Dann kam der nächste Anfall von Heidi. Allerdings dieses Mal kein Hustenanfall sondern ein Lachanfall. „Nimm das Glas und schau genau hinein“, meint sie. „Igitt, was ist das denn. Das ist ja nur grauslich. Mir wird gleich schlecht“, jammerte Frauchen. „In diesem Glas sammle ich immer die lästigen Zecken, die ich an den Hunden entdecke. Und ertränkt werden sie in einem Schnaps, der so scheußlich schmeckt, dass ihn eh keiner trinken mag“, sprachs und lachte weiter. Nachdem dieser Schnaps aufgebraucht war, verwendet Heidi nun einen in Gelbfärbung – volles Urinprobendesign! So, nun weiter bei der Beleidigungsgeschichte. Wenn ich dann endlich am Frisiertisch stehe, schneidet Heidi immer eine „Orientierungslinie“ (oder so was halt) an meiner Wirbelsäule entlang.  Da sollte ich dann immer gerade stehen. Gefällt mir aber überhaupt nicht! Also drehte ich mich mal um und schaute, was hinter mir so los war. Plötzlich die Stimme von Heidi: „Also George, du stehst heute da, wie ein rachitischer Rehbock!“ Aber hallo, das ist doch die größte Frechheit! Ich habe extra noch das Wort Rachitis gegoogelt. Da steht Desorganisation der Wachstumsfuge mit gestörter Mineralisation des Knochens. An ALLE: „Ich bin weder gestört noch desorganisiert!!!“ Also wirklich! Und mit einem Rehbock hab ich auch überhaupt keine Ähnlichkeit. ICH kenne nämlich einige persönlich. Die sind zwar nett wie ich, aber ansonsten keine Gemeinsamkeiten!“ Aber das ist ja noch nicht alles. An diesem Tag, übrigens auch noch der 11. September, musste ich auch noch als Versuchskaninchen für Heidi´s Scherköpfe herhalten. Da hat sie so viele, dass sie den Überblick verliert und an mir wird dann umgefummelt und herumprobiert. Als sie dann endlich fast fertig war mit der Schneiderei und Zupferei, entdeckt DIE doch glatt noch einige längere Haarbüscheln unter meinen Ohren. „Ha, da hätten wir doch glatt noch was vergessen, na das haben wir gleich“ und hält mich am Hals so fest, dass sie mir fast den Kehlkopf eindrückt. Ich glaube meine Zunge hing schon raus. Also wirklich“! Gott sei Dank ist ihr dann nicht noch etwas auf- und dann eingefallen. Mir hat´s jedendfalls gereicht. Die hat ja so ein Glück, dass Abbie so eine Süße ist. Sonst würde ich da nicht mehr hingehen. Und wenn Frauchen sich noch so aufregen würde, dass ich die Ohren anlege – mir egal!!!

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